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Waschbecken montieren: Schritt für Schritt

Ein Hängewaschbecken an vorhandene Anschlüsse zu setzen, schaffst du an einem Nachmittag. Die meisten Fehler passieren beim Ablaufventil und beim zu fest angezogenen Porzellan.

Kurz gesagt

  • Reihenfolge: Wasser absperren, altes Becken abbauen, Bohrlöcher anzeichnen, Stockschrauben setzen, Armatur und Ablaufventil am Becken vormontieren, Becken aufhängen, Siphon anschließen, Dichtheit prüfen, Fuge ziehen.
  • Stockschrauben: Das Becken hängt auf zwei Schrauben mit Holz- und Maschinengewinde. Muttern erst locker, dann nach dem Ausrichten gleichmäßig anziehen, sonst reißt die Keramik.
  • Abfluss: Das Ablaufventil wird mit Dichtungen im Becken verschraubt, die Aussparung im Schaft zeigt zum Überlauf. Der Siphon wird auf Länge gebracht und nur mit der Hand oder sanft mit der Siphonzange angezogen.
  • Grenze: Ein Becken an vorhandene Anschlüsse hängen darfst du selbst. Neue oder versetzte Wasserleitungen sind Sache eines eingetragenen Installateurs.

Bevor es losgeht: Anschlüsse prüfen und Wasser absperren

Ein Waschbecken montieren heißt fast immer: ein neues Becken an Anschlüsse hängen, die schon in der Wand sind. Schau dir deshalb zuerst an, was da ist. Du brauchst einen Kalt- und meist einen Warmwasseranschluss mit Eckventil und darunter das Abwasserrohr mit einer Muffe, in die der Siphon gesteckt wird.

Die Fachzeitschrift IKZ-Praxis nennt als Richtwerte für die Anschlüsse: Mitte Abflussrohr 50 bis 56 Zentimeter über dem fertigen Fußboden, Wasserleitungen 56 bis 64 Zentimeter, Warm- und Kaltwasser 8 bis 20 Zentimeter auseinander. Liegen deine Anschlüsse grob in diesem Bereich, passt ein Standardbecken. Wie hoch die Oberkante sitzen sollte, steht ausführlich im Ratgeber zur richtigen Waschbecken-Höhe.

Dreh vor der Arbeit die Eckventile zu. Willst du die Eckventile selbst tauschen, muss der ganze Strang abgesperrt und entleert werden, also am Hauptabsperrventil oder am Absperrventil der Wohnung.

Waschbecken montieren: Schritt für Schritt

Die Anleitung gilt für ein Hängewaschbecken aus Keramik, das mit zwei Stockschrauben an einer gemauerten oder betonierten Wand befestigt wird. Bei Vorwandinstallationen aus Gipskarton sitzen die Gewindestangen meist schon im Montageelement, dann entfällt das Bohren.

  1. Altes Becken abbauen

    Eimer unter den Siphon stellen, Überwurfmuttern lösen, Siphon abnehmen. Anschlussschläuche der Armatur an den Eckventilen abschrauben. Muttern der Befestigung lösen und das Becken nach vorn abheben. Die alte Silikonfuge vorher mit einem Cutter aufschneiden, sonst reißt beim Abheben Fliesenglasur mit ab.

  2. Bohrlöcher anzeichnen

    Zeichne mit der Wasserwaage eine senkrechte Linie mittig über dem Abflussrohr. Miss am Becken den Abstand der beiden Befestigungslöcher und übertrage ihn je zur Hälfte links und rechts auf eine waagerechte Linie. Deren Höhe ergibt sich aus der gewünschten Oberkante minus dem Maß vom Beckenrand bis zur Mitte der Befestigungslöcher.

  3. Bohren und Stockschrauben setzen

    Fliesen bohrst du mit einem Fliesen- oder Glasbohrer ohne Schlag an, danach geht es mit dem Steinbohrer in die Wand. Bohrmehl aussaugen, Dübel einsetzen und die Stockschrauben mit dem Holzgewinde eindrehen. Am besten geht das mit zwei gekonterten Muttern auf dem Maschinengewinde. Es soll so viel Gewinde überstehen, dass Keramik, Distanzscheibe und Mutter darauf Platz haben.

  4. Armatur und Ablaufventil vormontieren

    Solange das Becken noch auf dem Tisch liegt, kommst du gut an alles heran. Setz die Armatur mit Dichtung ins Hahnloch, zieh sie von unten mit Spannplatte und Mutter fest und schraub die Anschlussschläuche ein. Danach kommt das Ablaufventil, dazu unten mehr.

  5. Becken aufhängen und ausrichten

    Schieb das Becken auf die Stockschrauben, setz Kunststoff- und Metallscheiben auf und dreh die Muttern nur locker an. Prüfe mit der Wasserwaage, ob das Becken waagerecht hängt und gleichmäßig an der Wand anliegt. Erst dann die Muttern abwechselnd und gleichmäßig anziehen.

  6. Wasser und Abfluss anschließen

    Anschlussschläuche an die Eckventile schrauben, Siphon montieren (siehe unten). Dann Strahlregler an der Armatur abschrauben, Eckventile öffnen und kurz durchspülen, damit Späne und Schmutz aus der Leitung nicht im Sieb landen.

  7. Dichtheit prüfen

    Ablauf schließen, Becken volllaufen lassen, alle Verschraubungen trocken reiben. Dann den Ablauf öffnen und mit einem Stück Küchenpapier unter jeder Verbindung nachsehen, ob es feucht wird. Am nächsten Tag noch einmal kontrollieren.

Keramik verzeiht kein Übermaß. Wird eine Mutter einseitig oder zu kräftig angezogen, platzt das Porzellan an der Befestigung. Die Kunststoffscheibe zwischen Mutter und Becken gehört deshalb immer dazu. Liegt die Wand uneben, gleichst du das aus, statt das Becken mit den Muttern an die Wand zu ziehen.

Abfluss am Waschbecken montieren: das Ablaufventil

Das Ablaufventil ist das Teil im Becken, das Wasser durchlässt oder mit einem Stopfen verschließt. Es gibt einfache Ventile mit losem Stopfen, Ventile mit Zugstange hinter der Armatur und Druckventile, die du mit dem Finger auf- und zudrückst. Beim Kauf zählt vor allem eins: Hat dein Becken einen Überlauf, brauchst du ein Ventil mit Überlauföffnung im Schaft. Hat es keinen, nimm ein Ventil ohne Verschlussfunktion oder eines, das ausdrücklich für Becken ohne Überlauf gedacht ist, damit das Becken nicht überläuft, wenn der Stopfen zu ist.

  1. Ventil zerlegen

    Schraub das Ventil auseinander und nimm den Stopfen heraus. Lies nach, welche Dichtung oben und welche unten hingehört.

  2. Oberteil einsetzen

    Das Oberteil kommt mit seiner Dichtung von oben in die Ablauföffnung. Richte die Aussparung im Schaft zum Überlauf aus, sonst kann das Wasser aus dem Überlaufkanal nicht abfließen.

  3. Von unten verschrauben

    Unteren Dichtring auf den Schaft schieben, Unterteil aufschrauben und anziehen, bis die Dichtungen ringsum gleichmäßig anliegen. Bei Ventilen mit Zugstange danach die Gestängeverbindung einhängen und so einstellen, dass der Stopfen ganz öffnet.

Läuft später Wasser am Überlauf vorbei oder riecht es aus dem Überlauf, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber zum Waschbecken-Überlauf.

Siphon anschließen: so passt die Länge

Der Siphon, fachlich Geruchsverschluss, hält ständig etwas Wasser im Bogen. Dieses Sperrwasser verhindert, dass Kanalgase ins Bad steigen, wie der Überblick zum Geruchsverschluss erklärt. Unter Waschbecken sitzt meist ein Röhrensiphon in U-Form oder ein platzsparender Flaschensiphon, der sich allerdings schneller zusetzt.

  • Tauchrohr auf das Ventil: Überwurfmutter und Dichtring auf das senkrechte Rohr schieben und es von unten auf den Ventilstutzen setzen.
  • Abgangsbogen in die Muffe: Rosette aufschieben, Dichtung in die Muffe des Abwasserrohrs und das Rohrende hineinstecken. Laut IKZ-Praxis soll es etwa 3 Zentimeter weit in der Muffe stecken.
  • Kürzen statt quetschen: Ist ein Rohr zu lang, kürzt du es mit einem Rohrabschneider oder einer feinen Säge und entgratest die Schnittkante. Ein unter Spannung eingebauter Siphon wird mit der Zeit undicht.
  • Anziehen: Kunststoffmuttern handfest, Metallmuttern mit der Siphonzange nur so weit, bis nichts mehr tropft.

Liegt der Wandanschluss deutlich höher als der Ausgang des Siphons, fließt das Wasser schlecht ab. Das lässt sich nicht mit dem Siphon lösen, dann muss der Abwasseranschluss in der Wand angepasst werden.

Silikonfuge zwischen Waschbecken und Wand

Die Fuge zwischen Beckenrückseite und Fliese ist kein Schmuck. Sie verhindert, dass Spritzwasser hinter das Becken läuft und sich dort Schmutz und Schimmel festsetzen. Nimm dafür ein Sanitärsilikon, also ein Silikon, das für Anschlussfugen im Sanitärbereich gedacht und fungizid ausgerüstet ist. Der Hersteller OTTO-Chemie beschreibt das bei seinem Sanitärsilikon als Schutz gegen Schimmel- und Bakterienbefall.

  1. Fuge vorbereiten

    Fliese und Becken müssen sauber, fettfrei und trocken sein. Klebe links und rechts der Fuge Malerkrepp ab, wenn du eine saubere Kante willst.

  2. Silikon einspritzen und glätten

    Kartuschenspitze schräg anschneiden, Silikon in einem Zug einspritzen, mit Glättmittel benetzen und mit einem Fugenglätter abziehen. Krepp sofort abziehen, solange das Silikon noch weich ist.

  3. Aushärten lassen

    Wie lange die Fuge kein Wasser abbekommen soll, steht auf der Kartusche. Bis dahin das Becken möglichst nicht benutzen.

Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Kartusche: „Sanitär“ und eine Angabe zum Schimmelschutz sollten draufstehen, die Farbe passend zur Fugenfarbe der Fliesen oder transparent. Ein Fugenglätter-Set mit verschiedenen Radien macht die Fuge gleichmäßiger als der Finger.

Was du nicht selbst machen darfst

Ein Becken an vorhandene Eckventile und ein vorhandenes Abflussrohr anzuschließen, ist Heimwerkerarbeit. Anders sieht es aus, sobald die Trinkwasserleitung selbst verändert werden muss, etwa weil die Anschlüsse versetzt oder neu verlegt werden. Nach § 12 der Verordnung über die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) dürfen Errichtung und wesentliche Veränderungen der Anlage hinter dem Hausanschluss nur das Wasserversorgungsunternehmen oder ein in sein Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen ausführen. Den Tausch eines Eckventils nennt die Verordnung nicht ausdrücklich. Sitzt ein altes Eckventil aber fest oder dreht sich beim Lösen das Rohr in der Wand mit, hörst du auf und rufst den Installateur, denn ein abgerissenes Gewinde in der Wand ist kein Heimwerkerschaden mehr.

In einer Mietwohnung sprichst du den Tausch vorher mit dem Vermieter ab, denn das Becken gehört zu seiner Ausstattung.

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Häufige Fragen

Wie wird ein Waschbecken an der Wand befestigt?

Meist mit zwei Stockschrauben: Sie haben auf der einen Seite ein Holzgewinde für den Dübel, auf der anderen ein Maschinengewinde für Scheiben und Mutter. Bei Vorwandelementen sind die Gewindestangen schon eingebaut.

Muss man ein Waschbecken mit Silikon abdichten?

Die Fuge zwischen Becken und Wand solltest du mit Sanitärsilikon schließen, damit kein Spritzwasser dahinterläuft. Das Ablaufventil wird dagegen mit seinen Dichtungen abgedichtet, nicht mit Silikon.

Warum hängt mein Waschbecken schief?

Meist sitzen die Bohrlöcher nicht auf gleicher Höhe oder die Wand ist uneben. Kleine Abweichungen gleichst du beim Anziehen der Muttern aus, größere nur durch neues Bohren oder eine ausgeglichene Wandfläche.

Welches Ablaufventil brauche ich für ein Becken ohne Überlauf?

Eines ohne Verschluss oder ein ausdrücklich für Becken ohne Überlauf gedachtes Ventil. Mit einem verschließbaren Stopfen könnte das Becken sonst überlaufen.

Quellen

  1. Montage eines Waschtisches IKZ-Praxis, Strobel Verlag, Anschlussmaße, Stockschrauben, Ablaufventil, Siphon
  2. § 12 AVBWasserV: Kundenanlage Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  3. OTTOSEAL S 100 Hersteller OTTO-Chemie, Sanitärsilikon, fungizide Ausrüstung
  4. Geruchsverschluss Wikipedia, Bauarten und Funktion des Siphons