Kurz gesagt
- Tropft es aus dem Auslauf: Beim Einhebelmischer die Kartusche tauschen, beim Zweigriffhahn die Dichtung am Ventiloberteil oder das ganze Oberteil.
- Tropft es am Griff oder am Gewinde: Dann sind O-Ringe oder die Stopfbuchse undicht. Unter der Spüle sind es meist Anschlussschläuche oder Verschraubungen.
- Vor jeder Reparatur: Beide Eckventile unter dem Becken zudrehen, Hahn öffnen, bis nichts mehr kommt, Abfluss abdecken.
- In der Mietwohnung: Den Schaden melden. Reparieren muss grundsätzlich der Vermieter, Kosten trägst du nur bei einer wirksamen Kleinreparaturklausel.
Warum tropft der Wasserhahn? Wo es tropft, verrät die Ursache
Ein tropfender Hahn ist mehr als ein Geräusch. Laut Umweltbundesamt, zitiert vom BUND Hessen, verliert ein undichter Hahn bis zu drei Liter am Tag, im Jahr also mehr als 1.000 Liter. Schau zuerst genau hin, wo das Wasser austritt:
| Wo es tropft | Wahrscheinliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Aus dem Auslauf, Einhebelmischer | Kartusche verschlissen oder verkalkt | Kartusche tauschen |
| Aus dem Auslauf, Zweigriffhahn | Gummidichtung am Ventiloberteil hart, Ventilsitz verkalkt | Dichtung oder Oberteil tauschen |
| Am Drehgriff oder unter dem Hebel | O-Ring oder Stopfbuchse an der Spindel | O-Ring tauschen, Stopfbuchse nachziehen |
| Am Fuß des schwenkbaren Auslaufs | O-Ringe am Auslauf | O-Ringe tauschen |
| Am Perlator, Strahl spritzt | Dichtung im Strahlregler, Kalk | Perlator entkalken, Dichtung tauschen |
| Unter der Spüle | Anschlussschlauch, Eckventil, Siphon | Verschraubung prüfen, Schlauch tauschen |
Hausmittel helfen gegen einen tropfenden Hahn nicht, mit einer Ausnahme: Kalk. Ein verkalkter Perlator oder eine verkalkte Kartusche lassen sich mit Zitronensäure-Entkalker reinigen. Eine verschlissene Dichtung wird davon nicht wieder dicht, und den Hahn mit Kraft zuzudrehen, beschleunigt den Verschleiß.
Bevor du anfängst: Wasser abdrehen am Eckventil
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Eckventile schließen
Unter dem Waschbecken oder der Spüle sitzen zwei kleine Eckventile, eins für Kalt-, eins für Warmwasser. Dreh beide im Uhrzeigersinn zu. Lassen sie sich nicht bewegen, nicht mit der Zange erzwingen: Ein festgerostetes Eckventil kann beim Gewaltversuch undicht werden. Dann den Absperrhahn der Wohnung oder den Haupthahn schließen.
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Druck ablassen
Öffne den Wasserhahn, bis nichts mehr nachläuft. So weißt du, dass das Wasser wirklich ab ist.
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Becken vorbereiten
Verschließ den Abfluss mit dem Stopfen oder einem Tuch, damit keine Schraube verschwindet, und leg ein Handtuch ins Becken. Wickle ein Tuch um die Armatur, wo du die Zange ansetzt, sonst verkratzt das Chrom.
Einhebelmischer tropft: Kartusche wechseln
In jedem Einhebelmischer sitzt eine Kartusche mit zwei Keramikscheiben, die Menge und Temperatur regeln. Werden sie durch Kalk oder Schmutz undicht, tropft der Hahn. Die Wartungsanleitungen von GROHE beschreiben den Ablauf für die eigenen Modelle so, und er ist bei den meisten Herstellern ähnlich:
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Hebel abnehmen
Hebel die rot-blaue Kappe oder den Stopfen am Hebel vorsichtig heraus. Darunter sitzt ein Gewindestift, den du mit dem Innensechskantschlüssel löst. Dann den Hebel nach oben abziehen.
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Abdeckung und Verschraubung lösen
Schraub die Abdeckhülse ab, meist geht sie von Hand. Darunter hält eine Überwurfmutter die Kartusche. Löse sie mit dem Maulschlüssel oder der abgedeckten Zange gegen den Uhrzeigersinn.
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Kartusche herausnehmen und vergleichen
Zieh die Kartusche gerade heraus. Nimm sie mit zum Händler: Kartuschen unterscheiden sich in Durchmesser, Höhe und Anschluss, eine falsche passt nicht oder dichtet nicht. Hersteller und Modell stehen oft auf der Kartusche selbst oder im Datenblatt der Armatur.
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Gehäuse säubern, neue Kartusche einsetzen
Wisch Kalk und Krümel aus dem Gehäuse. Setz die neue Kartusche so ein, dass Dichtungen und Positionszapfen am Boden in die Bohrungen des Gehäuses greifen, sonst tropft es weiter. GROHE empfiehlt, Teile beim Zusammenbau mit Spezialarmaturenfett einzufetten. Dann Verschraubung fest anziehen.
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Zusammenbauen und testen
Hülse, Hebel und Kappe montieren, Eckventile langsam öffnen und die Armatur in allen Stellungen prüfen. Prüf auch, ob warm und kalt richtig herum sind.
Beim Kauf achte auf die Angaben zu Durchmesser, Bauhöhe und Verzahnung der Spindel. Eine Originalkartusche des Armaturenherstellers ist der sichere Weg. Universalkartusche heißt nicht, dass sie in jede Armatur passt.
Alter Wasserhahn mit Drehgriff: Ventiloberteil und Dichtung
Ältere Zweigriffarmaturen und einfache Wand-Auslaufventile, etwa der Waschmaschinenhahn, haben je Griff ein Ventiloberteil aus Messing. Unten daran sitzt eine runde Gummidichtung, die auf den Ventilsitz gepresst wird. Wird sie hart oder rissig, tropft der Hahn. Moderne Zweigriffarmaturen haben stattdessen Keramik-Oberteile, die nur komplett getauscht werden.
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Griff abnehmen
Wasser abdrehen, wie oben beschrieben. Die Kappe auf dem Griff abhebeln, die Schraube darunter lösen, Griff abziehen. Manche Griffe sind nur aufgesteckt.
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Ventiloberteil herausdrehen
Setz den Maulschlüssel am Sechskant des Oberteils an und dreh es gegen den Uhrzeigersinn heraus. Halte die Armatur dabei mit der anderen Hand gegen, damit sie sich nicht verdreht.
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Dichtung tauschen
Die Gummidichtung am unteren Ende ist meist mit einer kleinen Schraube oder einem Teller befestigt oder nur aufgedrückt. Nimm sie ab und nimm sie als Muster mit, wie es auch der Fachhändler Westfalia empfiehlt. Dichtungssätze gibt es in mehreren Größen. Ist das Oberteil selbst ausgeschlagen oder das Gewinde verkalkt, ist ein neues Ventiloberteil die bessere Wahl.
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Ventilsitz prüfen
Leuchte mit der Taschenlampe in die Armatur. Der Ventilsitz, auf dem die Dichtung aufliegt, sollte glatt sein. Ist er verkalkt oder eingekerbt, dichtet auch eine neue Dichtung nicht. Kalk löst du mit Zitronensäure-Entkalker. Einen beschädigten Sitz glättet ein Ventilsitzfräser aus dem Baumarkt, der wie das Oberteil eingeschraubt und von Hand gedreht wird. Nur so viel fräsen, bis die Fläche gleichmäßig glänzt.
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Einbauen
Oberteil einschrauben und fest, aber nicht mit Gewalt anziehen, Griff montieren, Wasser langsam aufdrehen und prüfen.
„Dichtung selber machen“ aus Gummiresten ist keine gute Idee. Teile in Trinkwasserarmaturen müssen für Trinkwasser geeignet sein, und ein Dichtungssatz kostet wenig.
Tropft am Griff, am Gewinde oder unter der Spüle
Wasserhahn tropft am Drehgriff
Kommt Wasser beim Aufdrehen oben am Griff heraus, ist die Abdichtung der Spindel undicht. Bei alten Ventilen ist das eine Stopfbuchse, deren Mutter du bei geschlossenem Wasser ein kleines Stück nachziehen kannst. Hilft das nicht, Oberteil ausbauen und O-Ringe bzw. Packung erneuern oder gleich das Oberteil tauschen.
Tropft am schwenkbaren Auslauf oder am Gewinde
Wasser am Fuß des Auslaufs kommt von verschlissenen O-Ringen. Der Auslauf lässt sich meist nach oben abziehen, nachdem eine Schraube gelöst ist. O-Ringe als Muster mitnehmen, neue mit Armaturenfett einsetzen. Tropft es am Perlator, schraub ihn ab, entkalke ihn und tausche die kleine Dichtung.
Wasser unter der Spüle
Trockne alles ab und taste Anschlussschläuche, Eckventile und Siphon mit Küchenpapier ab, bis du die nasse Stelle findest. Leichtes Nachziehen einer Überwurfmutter reicht oft. Ein Anschlussschlauch, der am Geflecht oder an der Pressung feucht ist, wird getauscht, nicht abgedichtet. Er steht dauernd unter Druck und kann platzen.
Wann ein Fachbetrieb ran muss: wenn ein Eckventil oder der Haupthahn nicht schließt, wenn Wasser aus der Wand oder aus Rohrverbindungen kommt, bei Unterputzarmaturen in der Dusche und wenn Leitungen geändert werden müssen. Wesentliche Änderungen an der Trinkwasserinstallation darf nach § 12 AVBWasserV nur ein beim Wasserversorger eingetragener Installateur vornehmen.
Grüne oder weiße Krusten am Hahn, die beim Ausbau auffallen, bekommst du mit Zitronensäure weg, mehr dazu unter Grünspan entfernen.
Wasserhahn tropft: Zahlt der Mieter oder der Vermieter?
Der Vermieter muss die Wohnung in gebrauchsfähigem Zustand erhalten, so steht es in § 535 BGB. Ein tropfender Hahn ist ein Mangel, den du nach § 536c BGB unverzüglich melden musst, sonst haftest du unter Umständen für Folgeschäden.
Die Kosten trägst du nur, wenn dein Mietvertrag eine wirksame Kleinreparaturklausel enthält. Weil Mietverträge meist vorformuliert sind, wird die Klausel an § 307 BGB gemessen, und die Rechtsprechung hält sie nur mit einer Höchstgrenze je Reparatur und einer Jahresobergrenze für wirksam. Auch dann musst du die Reparatur nicht selbst ausführen, die Klausel regelt nur die Kostenbeteiligung. Wer ohne Absprache selbst schraubt und dabei einen Wasserschaden verursacht, haftet dafür. Deshalb vorher mit dem Vermieter klären, ob du selbst reparieren sollst.
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Häufige Fragen
Was tun, wenn der Wasserhahn tropft?
Erst schauen, wo es tropft. Kommt es aus dem Auslauf, ist beim Einhebelmischer die Kartusche, beim Zweigriffhahn die Dichtung am Ventiloberteil verschlissen. Vor der Reparatur die Eckventile unter dem Becken schließen.
Kann ich eine Kartusche entkalken statt sie zu tauschen?
Ist sie nur verkalkt, kann ein Bad in Zitronensäure-Entkalker helfen. Sind die Keramikscheiben verkratzt oder die Dichtungen verschlissen, tropft es weiter, dann hilft nur eine neue Kartusche.
Warum tropft der Wasserhahn nach dem Zudrehen noch nach?
Ein paar Tropfen direkt nach dem Schließen sind Restwasser im Auslauf. Tropft es danach weiter, ist die Kartusche oder die Ventildichtung undicht.
Muss ich als Mieter den tropfenden Wasserhahn bezahlen?
Nur, wenn der Mietvertrag eine wirksame Kleinreparaturklausel mit Höchstgrenzen enthält. Grundsätzlich ist der Vermieter zuständig. Melden musst du den Schaden in jedem Fall.