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Loom-Bänder Anleitung: das erste Armband in 15 Minuten

Für das erste Loom-Armband brauchst du keinen Webrahmen: Das Fischgrätmuster klappt auf zwei Fingern, einer Gabel oder zwei Stiften. Mit Webrahmen gelingt das einfache Kettenarmband, und danach weißt du, wie fast alle anderen Muster funktionieren.

Kurz gesagt

  • Ohne Webrahmen: Erstes Gummi als Acht über zwei Finger, Gabelzinken oder Stifte legen, zwei weitere Gummis darüber, dann immer das unterste über das oberste heben und ein neues Gummi nachlegen.
  • Mit Webrahmen: Gummis im Zickzack spannen, Rahmen umdrehen, mit dem Haken von unten jedes Gummi auf den nächsten Stift ziehen, mit einem Clip schließen.
  • Verschluss: Die letzten Schlaufen kommen in einen C- oder S-Clip, der dann die beiden Enden verbindet.
  • Sicherheit: Bänder und Clips sind verschluckbare Kleinteile und gehören nicht in die Hände von Kleinkindern.

Was sind Loom-Bänder?

Loom-Bänder sind kleine, bunte Gummiringe, die zu Armbändern, Ringen, Anhängern und kleinen Figuren verknüpft werden. Der Name kommt vom englischen Wort für Webstuhl. Erfunden hat das System der Rainbow Loom Cheong Choon Ng, ein Ingenieur aus Michigan, der seinen Töchtern beim Knüpfen zusah und 2011 den ersten Kunststoff-Webrahmen herausbrachte. Seit 2014 gibt es das Prinzip in Deutschland in vielen Varianten, unter Namen wie Loom Bandz, Crazy Loops oder Craze Loops.

Ein typisches Set enthält einen Webrahmen mit drei Reihen pilzförmiger Stifte, einen Haken, Clips und einige hundert Gummis. Die Stifte sind an einer Seite eingekerbt, damit der Haken unter die gespannten Gummis greifen kann. Fast alle Muster beruhen auf demselben Handgriff: Ein unteres Gummi wird über ein oberes gehoben und hält es so fest.

Loom-Armband ohne Webrahmen: Fischgrät mit Fingern, Gabel oder Stiften

Das Fischgrätmuster ist das beste Einstiegsmuster, weil es nur zwei Stifte braucht. Statt eines Webrahmens nimmst du Zeige- und Mittelfinger, die beiden mittleren Zinken einer Gabel oder zwei Bleistifte, die du mit etwas Abstand nebeneinander hältst. Das Prinzip ist bei allen dreien gleich.

  1. Erstes Gummi als Acht auflegen

    Lege das erste Gummi über beide Stifte und verdrehe es in der Mitte einmal, sodass eine liegende Acht entsteht. Diese Acht ist der Anker, der später den Anfang des Armbands zusammenhält.

  2. Zwei Gummis gerade darüber

    Lege zwei weitere Gummis ohne Verdrehen über beide Stifte, jeweils etwas höher als das vorige. Nun liegen drei Gummis übereinander.

  3. Das unterste über das oberste heben

    Greife auf einem Stift das unterste Gummi, also die Acht, hebe es über die beiden anderen und lass es in die Mitte zwischen den Stiften fallen. Dasselbe auf dem anderen Stift. Mit dem Haken geht das leichter als mit den Fingern.

  4. Neues Gummi nachlegen und wiederholen

    Lege ein neues Gummi gerade obenauf, sodass wieder drei auf den Stiften liegen. Hebe wieder auf beiden Seiten das unterste über die anderen. Von nun an wiederholst du nur noch diese beiden Handgriffe. Nach ein paar Runden wächst zwischen den Stiften der typische Fischgrätstrang nach unten heraus. Ziehe ab und zu leicht daran, dann zieht er sich gleichmäßig zusammen.

  5. Abschließen

    Passt das Band locker ums Handgelenk, legst du kein neues Gummi mehr auf. Hebe die unteren Gummis über, bis auf jedem Stift nur noch eine Schlaufe liegt. Hebe dann die Schlaufe vom einen Stift auf den anderen und hebe die untere über. Die letzte Schlaufe ziehst du vom Stift und fädelst sie in den Clip. Mit dem anderen Ende des Clips greifst du die Acht vom Anfang.

Mit zwei Farben, die du immer abwechselnd auflegst, entsteht ein deutliches Fischgrätmuster. Mit drei Farben werden schräge Streifen daraus.

Einfaches Loom-Armband mit Webrahmen

Das einfache Kettenarmband, auf Englisch Single, ist das erste Muster, das die Rainbow-Loom-Anleitungen für den Webrahmen zeigen. Es nutzt nur zwei der drei Stiftreihen.

  1. Webrahmen ausrichten

    Lege den Rahmen so vor dich, dass die offene Seite der Stifte, also die Kerbe, von dir weg zeigt. Bei vielen Rahmen gibt ein Pfeil die Richtung an.

  2. Gummis im Zickzack spannen

    Spanne das erste Gummi vom vordersten mittleren Stift schräg zum nächsten Stift der linken Reihe. Das zweite Gummi beginnt dort, wo das erste endet, und geht schräg zurück zum nächsten mittleren Stift. So arbeitest du im Zickzack bis ans Ende des Rahmens. Drücke jedes Gummi nach unten, damit die nächsten Platz haben.

  3. Rahmen umdrehen

    Drehe den Rahmen um 180 Grad, sodass die Kerben jetzt zu dir zeigen. Das zuletzt gelegte Gummi liegt nun vorn.

  4. Gummis mit dem Haken hochziehen

    Fahre am ersten Stift, auf dem zwei Gummis liegen, mit dem Haken durch die Kerbe nach unten. Greife das untere Gummi, ziehe es vom Stift und hänge es auf den Stift, zu dem es schräg hinführt. Mache das an jedem Stift bis zum Ende. Das Muster sieht nun aus wie Kettenglieder.

  5. Clip anbringen und abnehmen

    Hänge einen Clip in die Schlaufen auf dem letzten Stift. Hebe das Armband dann vorsichtig von allen Stiften. Ist es zu kurz, verlängere es mit ein paar Gummis von Hand, indem du immer ein neues Gummi durch die letzte Schlaufe ziehst. Zum Schluss verbindet der Clip beide Enden.

Ein Armband über die ganze Länge des Rahmens passt ungefähr um ein Kinderhandgelenk. Für ein Erwachsenenhandgelenk brauchst du meist ein paar Glieder mehr.

Loom-Ringe, Tiere und schwierigere Muster

  • Ring: Knüpfe einen kurzen Fischgrätstrang, der locker um den Finger passt, und schließe ihn mit einem Clip. Ohne Clip ziehst du die letzten Schlaufen durch die Acht am Anfang.
  • Dreifach-Fischgrät: Wie das normale Fischgrät, nur liegen immer drei Gummis gleichzeitig nebeneinander, und das Band wird deutlich breiter.
  • Tiere und Figuren: Sie bestehen aus mehreren Einzelteilen, die auf dem Webrahmen nacheinander entstehen und dann verbunden werden. Dafür lohnt sich eine Bildanleitung oder ein Video, weil jeder Handgriff von der Lage der Gummis abhängt. Fang erst damit an, wenn das einfache Kettenarmband sicher sitzt.

Meine Einschätzung: Wer Fischgrät und Kette beherrscht, kann die meisten Anleitungen nachvollziehen. Neue Muster unterscheiden sich vor allem darin, wie die Gummis vorher gespannt werden, nicht im Hochziehen selbst.

Wenn es nicht klappt: die häufigsten Probleme

ProblemUrsacheLösung
Armband löst sich am Anfang aufErstes Gummi nicht als Acht gelegt.Beim nächsten Versuch das erste Gummi verdrehen.
Gummis reißen beim HochziehenZu stark gedehnt oder billige, spröde Gummis.Ruhiger ziehen, Gummis nicht in praller Sonne lagern.
Kette fällt beim Abnehmen auseinanderEin Gummi wurde übersprungen oder das obere statt des unteren gegriffen.Immer durch die Kerbe ganz nach unten greifen.
Muster sieht ungleichmäßig ausGummis beim Auflegen verdreht.Nur das allererste Gummi verdrehen, alle anderen gerade auflegen.

Sind Loom-Bänder giftig?

Als Loom-Bänder 2014 auf jedem Schulhof lagen, hat die Stiftung Warentest Stichproben von sechs Anbietern auf Weichmacher (Phthalate) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe untersuchen lassen. In keiner der Proben wurden diese Stoffe nachgewiesen. Die Warentester betonen aber, dass sich das nicht auf alle Bänder übertragen lässt. Die Bremer Umwelt Beratung rät deshalb zu Sets mit klaren Herstellerangaben und warnt vor namenlosen Produkten.

Verschluckbare Kleinteile. Gummis und Clips sind so klein, dass Kleinkinder sie in den Mund nehmen und verschlucken können. Bastle mit Geschwistern unter drei Jahren nur, wenn alle Teile danach wieder in der Dose sind.

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Häufige Fragen

Kann man Loom-Bänder ohne Webrahmen machen?

Ja. Das Fischgrät-Armband braucht nur zwei Stifte, und die ersetzen zwei Finger, die mittleren Zinken einer Gabel oder zwei Bleistifte. Für Figuren und breite Muster ist ein Webrahmen aber deutlich einfacher.

Wie beendet man ein Loom-Armband?

Die letzten Schlaufen kommen in einen C- oder S-Clip, der dann am Anfang des Armbands eingehängt wird. Ohne Clip ziehst du die letzte Schlaufe durch die erste und verknotest sie.

Ab welchem Alter sind Loom-Bänder geeignet?

Einfache Muster schaffen viele Kinder ab etwa sechs Jahren. Wegen der verschluckbaren Kleinteile gehören die Sets nicht in die Hände von Kindern unter drei Jahren.

Was ist der Unterschied zwischen Loom Bands, Loom Bandz und Crazy Loops?

Keiner im Prinzip. Es sind Marken und Schreibweisen für dieselbe Bastelidee mit Gummiringen, Haken und Webrahmen. Die Gummis der verschiedenen Anbieter lassen sich in der Regel mischen.

Quellen

  1. Rainbow Loom Wikipedia, Geschichte und Aufbau des Webrahmens
  2. Loom Bänder: Stichproben ohne PAK und Phthalate Stiftung Warentest, 23.10.2014
  3. Umwelttipps Kinder: Loombändchen Bremer Umwelt Beratung
  4. Instructions Hersteller Rainbow Loom, Videoanleitungen (englisch)
  5. How To Make the Single Bracelet rainbowloompatterns.com, einfaches Armband (englisch)