Kurz gesagt
- Erst lüften: Duft überdeckt Gerüche nur. Das Umweltbundesamt rät, auf Raumsprays und Duftspender möglichst ganz zu verzichten, frische Luft ist die bessere Lösung.
- Duftstäbchen: Alkohol oder Wodka mit Wasser und ätherischem Öl in eine Flasche mit enger Öffnung, Rattanstäbchen hinein, ab und zu wenden. Ohne Alkohol klappt es mit einer fertigen Diffuser-Basis.
- Ohne Öl: Duftsäckchen mit getrocknetem Lavendel, Orangenschalen oder Gewürzen, ein Topf mit Zitronenschale und Zimt auf dem Herd.
- Vorsicht: Ätherische Öle gehören außer Reichweite von Kindern. Katzen können viele davon schlecht abbauen, Duftstäbchen und Vernebler haben in ihren Räumen nichts zu suchen.
Erst lüften, dann duften
Ein Raumduft macht schlechte Luft nicht besser, er legt nur einen zweiten Geruch darüber. Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinen Umwelttipps zur Reinigung, möglichst ganz auf Raumsprays und Duftspender zu verzichten. Gegen „dicke Luft“ hilft regelmäßiges Lüften, denn bei geringem Luftaustausch reichern sich Schadstoffe und Feuchtigkeit in der Wohnung an.
Riecht es dauerhaft muffig, steckt meist eine Ursache dahinter: feuchte Ecken, ein Abfluss, ein Mülleimer, ein Polstermöbel. Die findest du nicht mit Duft, sondern mit der Nase. Bei Stockgeruch an Wänden lohnt der Blick in den Beitrag Hausmittel gegen Schimmel. Ein selbst gemachter Raumduft ist dann das, was er sein soll: eine angenehme Note in einem gelüfteten Raum.
Duftstäbchen selber machen: so geht es
Duftstäbchen saugen eine Duftflüssigkeit nach oben, an der Oberfläche verdunstet sie. Fertige Produkte bestehen oft aus Alkohol, ätherischen Ölen und etwas Glycerin. Genau das kannst du nachbauen.
-
Gefäß wählen
Nimm eine Flasche oder Vase mit enger Öffnung. Je kleiner die offene Fläche, desto langsamer verdunstet der Alkohol und desto länger hält die Füllung.
-
Duftflüssigkeit mischen
Fülle die Flasche zum Großteil mit Weingeist oder Wodka, nach Wunsch mit etwas Wasser gestreckt. Alkohol löst die ätherischen Öle, in reinem Wasser schwimmen sie nur obenauf. Dann tropfenweise ätherisches Öl dazugeben und schwenken, bis dir die Intensität gefällt. Ein Schuss Glycerin macht die Mischung etwas zähflüssiger, sie verdunstet dann langsamer.
-
Stäbchen einstellen
Stecke Stäbchen aus Rattan, auch Peddigrohr genannt, in die Flasche. Ein Hersteller von Duftstäbchen formuliert es einfach: Je mehr Stäbchen, desto stärker der Duft.
-
Ab und zu wenden
Lässt der Duft nach, drehst du die Stäbchen um. Sind sie nach einiger Zeit dunkel und verstopft, ersetzt du sie durch neue.
Raumduft mit Stäbchen ohne Alkohol: Ein fettes Öl wie Mandel- oder Sonnenblumenöl ist als Träger schlecht geeignet. Ätherische Öle verdunsten vollständig, fette Öle nicht. Sie bleiben in den Stäbchen, werden mit der Zeit ranzig und setzen die Poren zu. Wer keinen Alkohol möchte, kauft eine fertige, unparfümierte Diffuser-Basis und gibt die ätherischen Öle selbst hinein.
Alkoholische Mischungen sind leicht entzündbar. Stell Duftstäbchen nicht neben Kerzen, Herd oder Heizstrahler, und so, dass weder Kinder noch Haustiere die Flasche umwerfen können.
Raumspray selber machen, mit und ohne Alkohol
Für ein Raumspray mischst du Wasser mit Alkohol und ein paar Tropfen ätherischem Öl in einer Sprühflasche. Ein Hersteller für Duftöle gibt für seine fertige Spray-Basis 20 bis 45 Tropfen auf 70 ml an, das ist eine brauchbare Orientierung. Vor jedem Sprühen schütteln.
- Ohne Alkohol: Öl und Wasser trennen sich sofort wieder. Das Spray funktioniert trotzdem, wenn du vor jedem Sprühstoß kräftig schüttelst. Es verdirbt aber schneller, deshalb nur kleine Mengen ansetzen.
- Mit Parfüm: Ein paar Sprühstöße deines Parfüms in Wasser ergeben einen leichten Raumduft. Parfüm enthält selbst schon Alkohol.
- Nicht auf Textilien: Ätherische Öle können auf Polstern und Vorhängen Flecken hinterlassen. Sprühe in den Raum, nicht auf den Stoff.
Eine Sprühflasche aus Glas ist die bessere Wahl, weil ätherische Öle manche Kunststoffe angreifen können. Achte beim Kauf auf einen Feinnebel-Zerstäuber, der nicht tropft.
Natürlicher Raumduft ohne ätherisches Öl
Duftsäckchen
Fülle ein kleines Baumwoll- oder Leinensäckchen mit getrocknetem Lavendel, getrockneten Orangenschalen, Gewürznelken oder Zimtstangen. Im Kleiderschrank, in der Schublade oder im Auto duftet es dezent. Lässt der Duft nach, knetest du das Säckchen kurz durch, das bricht die Pflanzenteile auf.
Duftglas mit Natron
Ein offenes Glas mit Natron im Kühlschrank oder Schuhschrank nimmt Gerüche auf, ohne neue zu erzeugen. Wer möchte, gibt ein paar Tropfen ätherisches Öl darauf. Was Natron kann und was nicht, steht im Beitrag Natron im Haushalt.
Kaffee und Zitrone
Kaffeebohnen in einer Schale riechen eine Weile nach frisch gerösteter Bohne. Kaffeesatz musst du vorher vollständig trocknen lassen, feucht schimmelt er. Für einen Duft in der ganzen Wohnung kannst du Zitronenschale, eine Zimtstange und ein paar Nelken in einem Topf mit Wasser leicht köcheln lassen. Den Topf nie unbeaufsichtigt lassen und Wasser nachfüllen, bevor er trocken fällt.
Welcher Duft passt in welches Zimmer?
| Raum | Passt gut | Hinweis |
|---|---|---|
| Bad | Zitrus, Eukalyptus, Minze | Duftstäbchen statt Spray, das verteilt sich auf Fliesen und Spiegel. Eukalyptus und Minze nicht in Haushalten mit Kleinkindern. |
| Küche | Zitrone, Orange, Kräuter | Nicht neben dem Herd aufstellen. Gegen Bratgeruch hilft nur Lüften. |
| Wohnzimmer | Holz, Vanille, Zimt | Schwere Düfte sparsam dosieren, sie wirken schnell aufdringlich. |
| Schlafzimmer | Lavendel, Rose, ganz dezent | Duftsäckchen statt Stäbchen, so bleibt die Luft nachts frei. |
| Flur, Schuhschrank | Natron, Zeder, Zitrus | Hier geht es meist um Gerüche, die du erst entfernen solltest. |
Ätherische Öle bei Katzen, Kleinkindern und Allergien
Kleinkinder
Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: Säuglinge und Kleinkinder reagieren viel empfindlicher auf ätherische Öle als Erwachsene. Kampfer, Eukalyptus- und Pfefferminzöl gelten bei Kindern unter drei Jahren als besonders problematisch. Bei Kindern ist häufig das versehentliche Trinken von Duftölen der Auslöser von Vergiftungen. Fläschchen mit kindersicherem Verschluss und Tropfeinsatz kaufen und unerreichbar aufbewahren, Duftstäbchen außer Reichweite stellen.
Katzen und andere Haustiere
Katzen fehlt ein Leberenzym, mit dem andere Tiere bestimmte Stoffe aus ätherischen Ölen abbauen. Die US-Giftnotrufzentrale für Haustiere nennt unter anderem Teebaum-, Zitrus-, Pfefferminz-, Zimt-, Nelken-, Eukalyptus- und Kiefernöl als giftig für Katzen. Gefährlich wird es vor allem, wenn Öl auf das Fell oder in den Mund gelangt: eine umgekippte Duftflasche, Tropfen auf dem Boden, Nebel aus einem Ultraschall-Vernebler, der sich auf dem Fell absetzt und beim Putzen abgeleckt wird. Schon der Duft kann Atemwege reizen. Für Vögel rät die Tierschutzorganisation ASPCA (englisch) ganz von Duftverneblern ab.
Meine Einschätzung: In einem Haushalt mit Katze sind Duftsäckchen mit getrockneten Pflanzen in einem Schrank die entspannteste Lösung. Duftstäbchen und Sprays nur in Räumen, zu denen die Katze keinen Zugang hat, und danach lüften.
Allergien
Natürlich heißt nicht allergenfrei. Ätherische Öle können allergische Reaktionen auslösen, viele tragen deshalb den Hinweis „Kann allergische Hautreaktionen verursachen“. Beim Einatmen sind laut BfR keine Fälle bekannt, in denen Duftstoffe eine Allergie erst ausgelöst haben, bei bestehender Duftstoffallergie können sie die Beschwerden aber verstärken. Hast du Gäste mit Allergie oder Asthma, lass den Raumduft an dem Tag weg.
Häufige Fragen
Wie mache ich Raumduft mit ätherischen Ölen ohne Alkohol?
Für ein Spray reicht Wasser mit ein paar Tropfen Öl, das du vor jedem Sprühen schüttelst. Für Duftstäbchen nimmst du eine fertige Diffuser-Basis, denn fettes Öl verdunstet nicht und verstopft die Stäbchen.
Kann ich Wodka für Raumduft nehmen?
Ja, Wodka oder Weingeist lösen ätherische Öle und verdunsten. Die Mischung ist leicht entzündbar und gehört nicht in die Nähe von Kerzen oder Herd.
Sind Duftstäbchen für Katzen gefährlich?
Sie können es sein. Katzen bauen viele Bestandteile ätherischer Öle schlecht ab. Kritisch ist vor allem Öl, das auf Fell oder Pfoten gelangt, etwa wenn die Flasche umkippt. Stell Duftstäbchen nur in Räume, die die Katze nicht betritt.
Welcher Raumduft hält am längsten?
Duftstäbchen in einer Flasche mit enger Öffnung halten am längsten, weil wenig Flüssigkeit auf einmal verdunstet. Sprays duften nur kurz, Duftsäckchen lassen sich durch Kneten immer wieder auffrischen.