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Fettflecken von der Wand entfernen

Fett zieht in Tapete und Wandfarbe ein und bleibt dort. Du holst es entweder heraus oder sperrst es ab, bevor du streichst. Einfach drüberstreichen funktioniert nicht.

Kurz gesagt

  • Frischer Fleck: Sofort mit Küchenpapier abtupfen, nicht wischen. Wischen verteilt das Fett und drückt es tiefer in die Wand.
  • Fleck auf Tapete: Löschpapier auflegen und mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe ohne Dampf darüberfahren. Das warme Fett zieht ins Papier.
  • Fleck auf gestrichener Wand: Mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel abtupfen, mit klarem Wasser nachtupfen. Vorher an verdeckter Stelle prüfen, ob die Farbe Wasser verträgt.
  • Überstreichen: Fett schlägt durch normale Wandfarbe durch. Erst fettlösend abwaschen, trocknen lassen, mit Absperrgrund vorstreichen, dann Isolier- oder Wandfarbe.

Erst prüfen: Was verträgt deine Wand?

Ob du einen Fettfleck auswaschen darfst, hängt vom Belag ab, nicht vom Fleck. Wer eine empfindliche Wand nass behandelt, hat danach einen Wasserrand oder eine abgeriebene Stelle zusätzlich zum Fett.

  • Tapete mit Etikett: Hast du noch den Einleger der Rolle, sagt dir ein Wellensymbol nach DIN EN 235, wie viel Wasser die Tapete verträgt. Eine Welle heißt nur wasserbeständig beim Tapezieren, also kaum abwischbar. Zwei Wellen heißt waschbeständig. Bemerkenswert: Selbst bei hochwaschbeständigen Tapeten nimmt der Hersteller rasch Öle und Fette ausdrücklich von der Reinigung mit Seifenlauge aus.
  • Raufaser und Papiertapete, gestrichen: Hier zählt die Farbe darauf, nicht die Tapete.
  • Wandfarbe: Wandfarben werden nach DIN EN 13300 in fünf Nassabriebklassen eingeteilt. Klasse 1 und 2 vertragen feuchtes Abwischen gut, Klasse 4 und 5 kaum. Kennst du deine Farbe nicht, wische an einer verdeckten Stelle, etwa hinter einem Schrank, mit einem feuchten hellen Tuch. Färbt das Tuch weiß ab, verträgt die Farbe keine Nassreinigung.
  • Vinyl- und Vliestapete mit Beschichtung: Die geschlossene Oberfläche lässt Schmutz kaum eindringen und ist meist feucht abwischbar.

Fettfleck auf der Tapete entfernen

Bei Tapete gilt: Fett wird herausgezogen, nicht herausgewaschen. Wärme macht es wieder flüssig, Papier oder Pulver saugt es auf.

  1. Frisches Fett abtupfen

    Ist der Spritzer noch frisch, drücke Küchenpapier darauf und nimm es ab, ohne zu reiben. Wiederhole das mit frischem Papier, bis nichts mehr aufgenommen wird.

  2. Löschpapier und Bügeleisen

    Lege ein Blatt Löschpapier oder doppelt gelegtes Küchenpapier auf den Fleck. Fahre mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe und ohne Dampf ein paar Sekunden darüber. Das Fett schmilzt und zieht ins Papier. Wechsle das Papier, sobald es sich vollgesogen hat, und wiederhole den Vorgang. Probiere die Wärme erst an einer unauffälligen Ecke: Vinyl- und Schaumtapeten können bei Hitze glänzen oder sich verformen.

  3. Strukturtapete: Pulver statt Bügeleisen

    Auf Raufaser oder Prägetapete erreicht das Papier die Vertiefungen schlecht. Hier rührst du Speisestärke oder Babypuder mit wenig Wasser zu einem dicken Brei, streichst ihn auf den Fleck und lässt ihn vollständig trocknen. Das Pulver saugt beim Trocknen Fett aus den Poren. Danach mit einer weichen Bürste oder dem Staubsauger abnehmen. Wer mag, wärmt den Fleck vorher mit dem Föhn an.

  4. Reste nur bei waschbeständiger Tapete feucht nacharbeiten

    Bleibt ein Schatten, tupfe ihn auf waschbeständiger Tapete mit einem gut ausgedrückten Schwamm und etwas Spülmittelwasser ab. Bei Papiertapete ohne Waschbeständigkeit lieber aufhören: Ein leichter Schatten fällt weniger auf als eine aufgeweichte, ausgefranste Stelle.

Fettflecken auf gestrichener Wand und Putz

Auf einer Wand mit abwaschbarer Dispersionsfarbe kommt Spülmittel zum Einsatz, denn es ist genau dafür gemacht, Fett zu lösen.

  1. Lauge ansetzen

    Gib ein paar Tropfen Spülmittel in lauwarmes Wasser. Mehr ist nicht besser, zu viel Spülmittel hinterlässt selbst einen Rand.

  2. Tupfen, nicht schrubben

    Tauche einen weichen Schwamm oder ein helles Tuch ein, drücke es gut aus und tupfe den Fleck von außen nach innen ab. Kräftiges Reiben auf matter Wandfarbe hinterlässt glänzende Stellen, die man im Streiflicht deutlicher sieht als den Fleck.

  3. Klar nachtupfen und trocknen lassen

    Nimm Spülmittelreste mit einem zweiten Tuch und klarem Wasser auf und lass die Stelle ganz trocknen. Erst dann siehst du, ob noch etwas da ist. Feuchte Wandfarbe wirkt immer dunkler.

Kalk- und Leimfarbe vertragen Nassreinigung schlecht, Leimfarbe ist sogar wasserlöslich. Bei Silikatfarbe entscheidet die Nassabriebklasse auf dem Gebinde. Auf diesen Anstrichen und auf unbehandeltem Putz arbeitest du nur mit Pulverbrei wie bei der Strukturtapete. Bleibt ein Fleck, hilft nur noch Absperren und Überstreichen.

Fettflecken an der Wand: Hausmittel im Check

MittelUrteilWarum
Löschpapier und BügeleisengutDie beste Methode für Tapete: Fett wird flüssig und vom Papier aufgesaugt, ohne dass die Wand nass wird.
SpülmittelgutLöst Fett zuverlässig. Nur auf Farbe und Tapete, die feuchtes Abwischen verträgt.
Speisestärke, Babypuder, KreidegutSaugen Fett auf, ohne die Wand zu belasten. Wirken langsam, dafür auch auf Raufaser und Putz.
Backpulver, Natronmit VorsichtAls Brei aufgetragen und getrocknet saugt es wie andere Pulver. Wer damit reibt, scheuert matte Farbe auf.
Schmutzradierereher neinMelaminschaum schleift fein. Er entfernt den Fleck oft mit einem Teil der Farbe, das ergibt eine glänzende oder hellere Stelle.
Waschbenzin, NitroverdünnungneinLösen das Fett zwar, aber auch manche Farben und Tapetenbeschichtungen. Die Dämpfe sind entzündlich, in der Küche neben dem Herd ein echtes Risiko.
EssigneinLöst Kalk, nicht Fett. Gegen Fettflecken bringt er nichts.

Worauf du beim Kauf achtest: Echtes Löschpapier ist dicker und saugfähiger als Küchenpapier und lohnt sich, wenn du öfter Fett aus Tapeten, Papier oder Textilien holst. Wie das auf Holzmöbeln funktioniert, steht im Ratgeber Fettflecken auf Holz entfernen, für Öl auf Stein und Pflaster gibt es eine eigene Anleitung zu Ölflecken.

Kann man Fettflecken überstreichen?

Nicht einfach so. Bei normaler, wasserverdünnbarer Wandfarbe wandern Bestandteile des Flecks in die frische Farbe, und er zeichnet sich nach dem Trocknen wieder ab. Außerdem haftet Farbe auf einer fettigen Stelle schlecht. Die Hersteller von Isolierfarben beschreiben deshalb ein festes Vorgehen in drei Stufen.

  1. Fettlösend abwaschen

    Wasche die Stelle mit Wasser und einem fettlösenden Haushaltsreiniger ab und spüle mit klarem Wasser nach. So nennt es auch Caparol in der technischen Information zu seiner Isolierfarbe.

  2. Gut durchtrocknen lassen

    Die Wand muss vollständig trocken sein, sonst sperrt der Grund nicht zuverlässig.

  3. Absperrgrund auftragen

    Bei angetrockneten Fettflecken streichst du zuerst einen Absperrgrund. Er bildet eine Sperrschicht, die das Fett nicht mehr nach oben lässt. Halte die Trockenzeit auf dem Gebinde ein, beim Caparol-Grund sind es unter Normalbedingungen rund zwölf Stunden.

  4. Mit Isolierfarbe oder Wandfarbe abschließen

    Darauf kommen ein bis zwei Anstriche Isolierfarbe oder, auf kleinen Stellen, die normale Wandfarbe. Streiche bei einzelnen Flecken lieber die ganze Wand bis zur nächsten Kante, sonst bleibt die Ausbesserung als hellere oder mattere Fläche sichtbar.

Worauf du beim Kauf achtest: Für Fettflecken muss im Datenblatt ausdrücklich Fett stehen, nicht nur Wasser- und Nikotinflecken. Wasserverdünnbare Sperrgründe und Isolierfarben riechen weniger als lösemittelhaltige. Für die Küche danach eine Wandfarbe mit Nassabriebklasse 1 oder 2 wählen, dann lassen sich neue Spritzer abwischen.

Fettige Küchenwand und Decke reinigen

Über dem Herd ist es selten ein einzelner Fleck, sondern ein dünner Fettfilm, an dem Staub klebt. Die Wand wirkt gelblich und fühlt sich klebrig an.

  • Abwaschbare Farbe: Arbeite mit Spülmittelwasser in Bahnen von unten nach oben. So laufen keine schmutzigen Tropfen über trockene Flächen und hinterlassen Streifen. Danach klar nachwischen.
  • Nicht abwaschbare Farbe: Ist der Film flächig, ist Streichen meist die bessere Lösung als Putzen, mit fettlösender Vorwäsche und Absperrgrund wie oben.
  • Decke: Arbeite von einer standsicheren Haushaltsleiter aus und stell sie lieber einmal mehr um, als dich zur Seite zu lehnen. Auf einem Stuhl oder der Arbeitsplatte zu balancieren ist der eigentliche Unfallherd beim Deckenputzen.
  • Vorbeugen: Schalte die Dunstabzugshaube schon beim Anbraten ein und reinige ihre Fettfilter regelmäßig. Ein zugesetzter Filter lässt den Fettdunst an Wand und Decke.

Strom beachten: Rund um Steckdosen und Schalter nur mit gut ausgedrücktem Tuch arbeiten, kein Wasser hineinlaufen lassen. Leuchten an der Decke vorher ausschalten.

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Häufige Fragen

Wie bekomme ich einen Fettfleck aus der Raufasertapete?

Mit einem Brei aus Speisestärke oder Babypuder und wenig Wasser, den du auf dem Fleck trocknen lässt und dann abbürstest. Löschpapier und Bügeleisen funktionieren auf Raufaser schlechter, weil das Papier die Vertiefungen kaum erreicht.

Kann man Fettflecken einfach überstreichen?

Nein. Fett schlägt durch normale Wandfarbe durch und verhindert, dass sie gut haftet. Wasche den Fleck fettlösend ab, lass ihn trocknen, streiche einen Absperrgrund vor und dann Isolier- oder Wandfarbe.

Hilft Backpulver gegen Fettflecken an der Wand?

Als Brei, der antrocknet und das Fett aufsaugt, ja. Zum Reiben ist es weniger geeignet, weil es auf matter Wandfarbe wie ein mildes Scheuermittel wirkt und glänzende Stellen hinterlässt.

Wie entferne ich alte, eingetrocknete Fettflecken?

Mit Wärme: Löschpapier und Bügeleisen auf Tapete, Föhn plus Pulverbrei auf Strukturtapete und Putz. Mehrere Durchgänge sind normal. Bleibt ein Schatten, hilft nur noch Absperrgrund und Überstreichen.

Quellen

  1. Technische Information Nr. 848 IsoDeck Caparol, Vorbehandlung und Absperren von Fettflecken
  2. Wasserflecken überstreichen Alpina Farben, Wirkung von Isolierfarbe
  3. Tapetensymbole erklärt Tapetenhersteller rasch, Symbole nach DIN EN 235
  4. EN 13300 Wikipedia, Nassabriebklassen von Wandfarben
  5. Tapete reinigen und ausbessern OBI Magazin, Raufaser, Vinyl- und Vliestapete