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Kaminofen mit Kochplatte: heizen und kochen mit einem Feuer

Auf einem Kaminofen mit Kochplatte hältst du Töpfe warm und kochst langsam, richtig kochen und backen kannst du auf einem Holzherd. Beide brauchen eine Typprüfung nach der 1. BImSchV und die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger.

Kurz gesagt

  • Bauart entscheidet: Ein Kaminofen mit Kochplatte ist ein Raumheizer mit Ablage zum Warmhalten und langsamen Kochen. Wer täglich mit Holz kochen, braten und backen will, braucht einen Holzherd mit großer Platte und Bratrohr.
  • Was geht: Eintopf, Suppe, Wasser, Warmhalten. Töpfe mit flachem Boden in die Mitte, dort ist es am heißesten, am Rand bleibt es warm.
  • Pflicht: Neue Öfen brauchen eine Typprüfung mit den Grenzwerten der Stufe 2 der 1. BImSchV. Der Bezirksschornsteinfeger prüft Ofen und Anschluss vor der ersten Nutzung.
  • Abstände: Die Mindestabstände zu Brennbarem stehen auf dem Typenschild und in der Anleitung. Auf brennbarem Boden gehört eine Bodenplatte davor, 50 cm nach vorn und 30 cm zur Seite.

Kaminofen, Holzherd, Werkstattofen: welche Bauart kocht wirklich?

Unter „Ofen mit Kochplatte“ werden sehr verschiedene Geräte verkauft. Der Unterschied liegt nicht im Aussehen, sondern darin, wofür der Ofen gebaut und geprüft ist. Ein Kaminofen ist ein Raumheizer: Er soll den Raum wärmen, die Platte oben ist eine Zugabe. Ein Holzherd, auch Küchenherd oder Festbrennstoffherd genannt, ist zum Kochen gebaut. Laut dem Herstellerverband HKI lässt sich darauf kochen, braten, backen und schmoren, und er gibt dabei Wärme an den Raum ab.

BauartKochflächeTaugt für
Kaminofen mit KochplattePlatte auf der OberseiteWarmhalten, Wasser, Eintopf, Suppe
Kaminofen mit Backfach und KochplattePlatte plus Fach über dem Brennraumdazu Aufläufe, Brot und Schmorgerichte, mit Übung
Holzherd, Küchenherdgroße Stahl- oder Glaskeramikplatte, Bratrohrtäglich kochen, braten, backen
Werkstatt-, Hütten- oder Gussofeneinfache OberseiteWasser erhitzen, Topf warm halten

Laut einer Übersicht des Herstellers Wamsler haben Kaminöfen nur bei einzelnen Modellen eine Kochfunktion, Vollherde dagegen Kochplatte und Bratrohr. Meine Einschätzung: Wer vor allem heizen und ab und zu einen Topf Suppe warm halten will, ist mit einem Kaminofen mit Kochplatte gut bedient. Wer mit Holz wirklich kochen will, sollte gleich einen Herd kaufen.

Was kann man auf einem Kaminofen wirklich kochen?

Mehr als viele denken, aber langsamer als auf dem Elektroherd. Die Bedienungsanleitung eines Wamsler-Holzherds gibt die Regeln vor, die für jede Kochplatte auf einem Holzfeuer gelten:

  • Töpfe mit flachem Boden: Nur ein planer Boden liegt satt auf und nimmt die Wärme auf.
  • Mitte zum Kochen, Rand zum Warmhalten: Die wärmste Zone ist die Mitte der Platte, die äußeren Zonen halten warm. Die Hitze regelst du also, indem du den Topf verschiebst.
  • Zum Ankochen dünnes Holz: Dünn gespaltene Scheite bringen schnell Hitze an die Platte.
  • Nicht überheizen: Mehr Holz als vorgesehen beschädigt den Ofen und bringt beim Kochen keinen Vorteil.

Gut gelingen deshalb Gerichte, die Zeit vertragen: Eintopf, Suppe, Schmorgerichte, Kartoffeln, Wasser für Tee. Scharf anbraten oder ein Steak auf den Punkt ist auf einer kleinen Kaminofenplatte schwierig. Im Backfach regelst du die Temperatur über Holzmenge und Luftzufuhr, nicht per Knopf. Ein Thermometer in der Tür oder ein einfaches Backofenthermometer im Fach hilft beim Einschätzen.

Bedenke außerdem: Jeder Kochgang heizt den Raum mit. Im Winter ist das der Sinn der Sache, im Hochsommer macht ein Holzfeuer zum Kochen die Wohnung warm.

Stahl, Gusseisen oder Glaskeramik: welche Kochplatte?

Früher wurde vor allem auf Stahlplatten gekocht, heute gibt es je nach Modell auch pflegeleichte Glaskeramik-Kochfelder, schreibt der HKI. Gusseisen findest du vor allem an Türen, Rosten und Abdeckungen.

Stahlplatte

Stahl ist robust und verträgt schwere Töpfe, rostet aber. Wamsler erklärt in seiner Pflegeanleitung für Herdplatten, dass alle Stahlplatten bei Luftfeuchtigkeit oder Kontakt mit Wasser zu Rost neigen. Flugrost entfernst du mit einem Lappen und säurefreiem Öl, danach wird die Platte eingeölt. Beim Heizen läuft sie von Gelb bis Violett an und wird mit der Zeit gleichmäßig dunkel. Das ist normal. Lass keine Töpfe auf der kalten Platte stehen, sonst bleiben Rostränder, und halte die Dehnfugen frei von Verkrustungen, damit sich die Platte beim Erhitzen ausdehnen kann. Lackierte Platten reinigst du nur mit feuchtem Schwamm und etwas Spülmittel und ölst sie danach dünn ein.

Glaskeramik

Glaskeramik ist glatt und schnell sauber gewischt. Für die Pflege gelten ähnliche Regeln wie für die Sichtscheibe, siehe Kaminscheibe reinigen. Kratzende Scheuermittel haben darauf nichts verloren.

Welche Leistung braucht ein Ofen mit Kochplatte?

Die Leistung steht als Nennwärmeleistung in Kilowatt auf dem Typenschild. Wie viel du brauchst, hängt laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks von der Größe des Raums, seiner Dämmung und davon ab, wie oft du heizt. Der Verband rät, die Heizleistung von einem Fachbetrieb berechnen zu lassen und einen überdimensionierten Ofen zu vermeiden: Wird er nur mit halber Leistung betrieben, verschlechtert sich die Verbrennung.

Das ist beim Kochofen besonders wichtig. Wer kochen will, muss feuern. Ein zu starker Ofen im kleinen Wohnzimmer macht den Raum beim Kochen schnell zu heiß, und wer dann die Luft drosselt, bekommt eine rußende Verbrennung.

Welche Grenzwerte gelten nach der 1. BImSchV?

Kaminöfen und Holzherde sind Einzelraumfeuerungsanlagen. Wird eine solche Anlage seit dem 22. März 2010 errichtet, darf sie nach § 4 Absatz 3 der 1. BImSchV nur betrieben werden, wenn eine Typprüfung des Herstellers belegt, dass Grenzwerte und Mindestwirkungsgrad nach Anlage 4 eingehalten werden. Für Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2014 errichtet werden, gilt Stufe 2:

FeuerstättenartCOStaubMindestwirkungsgrad
Raumheizer mit Flachfeuerung1,25 g/m³0,04 g/m³73 %
Raumheizer mit Füllfeuerung1,25 g/m³0,04 g/m³70 %
Herde1,50 g/m³0,04 g/m³70 %
Heizungsherde1,50 g/m³0,04 g/m³75 %

Quelle ist Anlage 4 der 1. BImSchV. Dort steht auch: Geräte zum Kochen und Backen, die keiner genannten Art zuzuordnen sind, müssen die Anforderungen für Herde erfüllen. Verbrannt werden darf nur, was § 3 zulässt und der Hersteller für den Ofen freigibt, also zum Beispiel naturbelassenes, trockenes Scheitholz.

Vorsicht bei gebrauchten Öfen. Ein günstiger Gebrauchtofen erfüllt oft die Stufe 2 nicht und darf dann nicht neu angeschlossen werden, warnt Wamsler. Für ältere, schon eingebaute Öfen regelt § 26 Fristen zum Nachrüsten oder Stilllegen. Ausgenommen sind dort unter anderem nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen unter 15 Kilowatt.

Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger

Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger muss den Ofen und seinen Anschluss an den Schornstein vor der ersten Nutzung überprüfen. Der Bundesverband empfiehlt deshalb ein Vorgespräch schon vor dem Kauf: Passt der Schornstein, welche Bescheinigungen braucht es, was kostet der Anschluss? Wamsler nennt als typischen Bedarf vieler Öfen einen Förderdruck von 12 Pascal, den der Schornsteinfeger vor dem Kauf prüfen sollte.

  • Nach der Inbetriebnahme: Innerhalb von vier Wochen lässt du die Einhaltung der Anforderungen von einem Schornsteinfeger feststellen (§ 14 Absatz 2).
  • Beratung: Innerhalb eines Jahres nach der Errichtung berät dich der Schornsteinfeger zu Bedienung, Holzlagerung und Brennstoff (§ 4 Absatz 8).
  • Danach: Bei der Feuerstättenschau prüft der Bezirksschornsteinfeger Zustand und Brennstoff (§ 15 Absatz 2). Laut Umweltbundesamt wird das Brennstofflager zweimal in sieben Jahren kontrolliert.

Anschluss nur vom Fachbetrieb. Ein falsch angeschlossener Ofen kann Abgase und Kohlenmonoxid in den Raum drücken. Für Holz sind Abgasleitungen aus Kunststoff nicht zugelassen, der Schornstein muss rußbrandbeständig sein.

Abstände zu brennbaren Bauteilen

Laut Schornsteinfegerverband gilt grundsätzlich: keine brennbaren Materialien in unmittelbarer Nähe von Ofen und Ofenrohr, also auch keine Holzverkleidung, Möbel oder Vorhänge. Die Mindestabstände werden bei der Typprüfung ermittelt und stehen auf dem Typenschild oder in den Unterlagen des Herstellers. Um das Ofenrohr sind es in der Regel 40 Zentimeter. Auf Holz, Teppich, Laminat oder Kork gehört eine Bodenplatte aus Glas, Stein oder Stahlblech, die den Ofen nach vorn um 50 und seitlich um 30 Zentimeter überragt. Die genauen Regeln stehen in der Feuerungsverordnung deines Bundeslands.

Beim Küchenherd kommen Abstände nach oben dazu. In der Anleitung eines Wamsler-Herds sind über der Herdplatte 80 Zentimeter zu brennbaren Gegenständen gefordert, das betrifft Hängeschränke und Regale. Seitlich zur Küchenzeile erlaubt der Hersteller geringere Abstände nur mit seinen dafür geprüften Brandschutzeinheiten.

Kaminofen mit Kochplatte kaufen: Checkliste

  • Typprüfung, Stufe 2: Lass dir die Leistungserklärung zeigen. Der Ofen braucht laut Schornsteinfegerverband eine CE-Kennzeichnung und muss die Grenzwerte für Staub und CO der Stufe 2 einhalten.
  • Raumheizer oder Herd: Prüfe in den Unterlagen, als was der Ofen geprüft ist. Das sagt mehr über die Kochtauglichkeit als jedes Werbefoto.
  • Größe der Kochfläche: Passen zwei Töpfe nebeneinander, einer in der Mitte und einer am Rand? Nur dann kannst du kochen und warmhalten zugleich.
  • Material: Stahl verträgt viel, will aber geölt werden. Glaskeramik ist pflegeleicht.
  • Backfach: Mit Thermometer und dicht schließender Tür lässt sich besser backen.
  • Abstände: Miss vor dem Kauf nach, ob die Abstände aus der Anleitung in deinen Raum passen, auch nach oben.
  • Brennstoff: Für welche Brennstoffe ist der Ofen freigegeben? Nur die darfst du verwenden.

Wird für den neuen Ofen ein alter ausgebaut, steht bei sulixo.de: Kaminofen entsorgen, wohin er gehört.

Häufige Fragen

Kann man auf jedem Kaminofen kochen?

Nur auf einem Ofen, dessen Oberseite der Hersteller als Kochplatte vorsieht. Eine Speckstein- oder Stahlabdeckung ohne Kochfunktion ist dafür nicht gemacht. Auf einer echten Kochplatte gelingen Eintopf, Suppe und Warmhalten am besten.

Kaminofen mit Kochplatte oder Holzherd: was ist besser zum Kochen?

Der Holzherd. Er ist zum Kochen, Braten und Backen gebaut, hat eine große Platte und ein Bratrohr. Der Kaminofen mit Kochplatte ist in erster Linie eine Heizung, auf der du nebenbei kochst und warmhältst.

Muss ein Kaminofen mit Kochplatte abgenommen werden?

Ja. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger prüft Ofen und Schornsteinanschluss vor der ersten Nutzung, nach der 1. BImSchV muss die Einhaltung der Anforderungen außerdem innerhalb von vier Wochen nach Inbetriebnahme festgestellt werden.

Wie pflege ich eine Stahlkochplatte?

Noch handwarm säubern, damit Wasser verdunstet, und dünn mit säurefreiem Öl oder Stahlplatten-Pflegemittel einreiben. Flugrost mit einem geölten Lappen entfernen, keine Töpfe auf der kalten Platte stehen lassen und die Dehnfugen frei halten.

Quellen

  1. 1. BImSchV, Anlage 4: Anforderungen bei der Typprüfung Bundesministerium der Justiz, Grenzwerte für Raumheizer und Herde
  2. Kaminofen planen Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV), Abnahme, Leistung, Abstände
  3. Kochherde HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik
  4. Bedienungsanleitung Festbrennstoffherd W2-50 Hersteller Wamsler, Kochzonen und Sicherheitsabstände
  5. Herdplattenpflege Hersteller Wamsler, Pflege von Stahlkochplatten
  6. Kaminofen: Auf Effizienz achten und Alternativen prüfen Umweltbundesamt