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Fenstersauger: Was er kann, was nicht, und worauf du beim Kauf achtest

Ein Fenstersauger ersetzt den Abzieher, nicht das Einwischen: Er saugt das Schmutzwasser ab, statt es am Glas herunterlaufen zu lassen. Ob er sich lohnt, hängt an Akku, Lippe und deinen Fenstern.

Kurz gesagt

  • Prinzip: Scheibe einsprühen, mit dem Wischaufsatz einwaschen, dann zieht die Gummilippe das Wasser ab und ein kleiner Motor saugt es in einen Tank. Nichts tropft auf Boden oder Fensterbank.
  • Grenzen: kein Staubsauger, kein Einsatz über Kopf, auf waagrechten Flächen nur wenig Wasser. Auf Fliesen mit Fugen tun sich viele Geräte schwer.
  • Beim Kauf zählen: Akkulaufzeit oder Wechselakku, Breite der Abziehlippe und eine schmale Düse für Sprossen, Tankgröße, Ersatzlippen und eine Verlängerung für hohe Scheiben.
  • Reinigungsmittel: nicht schäumend, wenig Alkohol. Destilliertes Wasser mit einem Schuss Allzweckreiniger reicht.

Wie funktioniert ein Fenstersauger?

Ein Fenstersauger ist im Kern ein Abzieher mit eingebautem Sauger. Geputzt wird in drei Schritten: Die Scheibe wird mit Reinigungsflüssigkeit besprüht, mit einem Wischaufsatz eingewaschen, und danach zieht die Gummilippe des Saugers das Schmutzwasser ab. Ein kleiner Motor erzeugt Unterdruck und saugt das Wasser in einen Schmutzwassertank. So beschreibt es die Stiftung Warentest, die 2019 elf solcher Geräte untersucht hat.

Der Vorteil gegenüber dem klassischen Abzieher: Das Wasser läuft nicht am Glas herunter auf Rahmen, Fensterbank und Boden. Der eigentliche Schmutz löst sich aber beim Einwaschen, nicht beim Saugen. Ein Fenstersauger putzt also nicht allein, er trocknet.

Fast alle Geräte laufen mit Akku und werden im Set mit Sprühflasche und Wischbezug verkauft. Ein Sondermodell, das Einwaschen und Absaugen in einem Gerät kombiniert, gibt es auch, es ist aber deutlich teurer.

Was ein Fenstersauger nicht kann

  • Staub und Krümel: Er saugt nur Flüssigkeit. Staub, Sand oder Spinnweben verstopfen die Turbine. Rahmen und Falz deshalb vorher trocken säubern.
  • Über Kopf: Ein Hersteller schreibt in seinen Antworten zu häufigen Fragen ausdrücklich, dass das Gerät nicht über Kopf benutzt werden soll. Waagrecht geht es nur kurz und mit wenig Wasser, etwa auf einem Glastisch.
  • Pfützen: Größere Wassermengen von waagrechten Flächen, etwa auf der Fensterbank, können die Turbine blockieren. Dafür ist ein Tuch oder ein Nass-Trockensauger da.
  • Rahmen und Ecken: Am Rand bleibt ein schmaler Wasserstreifen, den du mit einem Tuch nachwischst.
  • Stark verschmutzte Scheiben: Nach Bauarbeiten oder einem Winter ohne Putzen müssen Fenster erst vorgereinigt werden, sonst verteilt die Lippe den Schmutz.

Fenstersauger kaufen: worauf du achten solltest

Die Unterschiede zwischen den Geräten liegen weniger in der Saugkraft als in Ausdauer, Lippe und Zubehör. Diese Punkte entscheiden im Alltag:

MerkmalWorauf achtenWarum
AkkulaufzeitHerstellerangabe in Minuten, besser noch ein wechselbarer AkkuDie Angaben reichen von gut 20 Minuten bis zu 100 Minuten. Mit einem Wechselakku putzt du ohne Ladepause weiter.
AbziehlippeBreite passend zu den Scheiben, schmale Zweitdüse für SprossenEine breite Lippe schafft große Flächen schneller, an Sprossenfenstern und Glastüren brauchst du eine schmale.
ErsatzlippenNachkaufbar, am besten auch einzelnDie Lippe nutzt sich ab und ist das Teil, das du am häufigsten tauschst.
SchmutzwassertankGröße, leicht zu leeren und auszuspülenIm Test der Stiftung Warentest lagen die Tanks zwischen 30 und 110 Millilitern. Ein kleiner Tank heißt häufiger leeren.
DichtigkeitKundenstimmen zu tropfenden Geräten lesenDrei von elf Geräten im Test waren undicht, das Schmutzwasser lief heraus.
VerlängerungVerlängerung oder Teleskopstange als Zubehör erhältlichFür Wintergarten, Dachfenster und hohe Scheiben ohne Leiter. Nicht jeder Hersteller bietet eine an.
LadegerätOriginalladegerät, Ladezeit in der BeschreibungFremde Ladegeräte mit falscher Spannung können den Akku beschädigen.

Die Reinigungsleistung selbst war im Test der Stiftung Warentest bei den meisten Geräten gut. Mit einer Akkuladung ließen sich mit allen Geräten mehr als 100 Quadratmeter Glas reinigen, mit den ausdauerndsten bis zu 600. Für eine normale Wohnung reicht also fast jedes Gerät, wichtig wird die Laufzeit bei vielen großen Glasflächen.

Hohe Fenster: Lieber Verlängerung als Leiter. Wer sich mit einem Gerät in der Hand aus dem Fenster lehnt oder auf einer Trittleiter streckt, riskiert einen Sturz. Außenflächen, die nur von außen erreichbar sind, gehören in die Hände eines Fachbetriebs für Glasreinigung.

Fenstersauger richtig benutzen: Schritt für Schritt

  1. Rahmen vorher säubern

    Wische Staub und Spinnweben aus Rahmen und Falz, bevor Wasser auf die Scheibe kommt. Sonst entsteht Matsch, den der Sauger nicht aufnehmen darf.

  2. Großzügig einsprühen und einwaschen

    Sprühe die Scheibe gleichmäßig und reichlich ein und löse den Schmutz mit dem Wischaufsatz. Zu wenig Flüssigkeit lässt die Lippe stocken und hinterlässt Streifen.

  3. Senkrecht von oben nach unten absaugen

    Setze die Lippe oben an, drücke sie nur leicht an und ziehe gleichmäßig nach unten. Das Gerät dabei senkrecht halten. Die Bahnen etwas überlappen lassen.

  4. Ränder nachwischen, Tank leeren

    Nimm den Wasserrest am Rahmen mit einem fusselfreien Tuch auf. Leere den Tank spätestens an der Max-Markierung und spüle ihn nach dem Putzen aus, damit er nicht muffig riecht.

Nicht bei praller Sonne putzen: Die Lösung trocknet sonst an, bevor du sie absaugen kannst. Das gilt für Fenster genauso wie für Wintergärten.

Fliesen, Duschwand, Spiegel und Kondenswasser

Hersteller nennen neben Fenstern Spiegel, Duschkabinen, Glastische, Kochfelder, Autoscheiben und Fliesen als Einsatzorte. Auf glatten, durchgehenden Flächen klappt das gut. Fliesen sind schwieriger: Die Fugen unterbrechen die Lippe, im Test taten sich viele Geräte darauf schwer. Für die Duschwand ist der Sauger praktisch, weil er nach dem Duschen die Tropfen aufnimmt, bevor sie als Kalk antrocknen. Wie du Fliesen und Fugen gründlich sauber bekommst, steht im Beitrag Fliesen reinigen.

Beschlagene Scheiben im Winter oder im Bad kannst du absaugen, statt das Wasser auf die Fensterbank laufen zu lassen. Das behandelt aber nur das Symptom. Kondenswasser zeigt, dass die Luft zu feucht ist, und die Ursache bekämpfst du mit Lüften und Heizen. Bildet sich in den Ecken schon dunkler Belag, lies den Beitrag Hausmittel gegen Schimmel. Für Fliegengitter, die oft gleich mit geputzt werden, gibt es eine eigene Anleitung: Fliegengitter reinigen.

Welches Reinigungsmittel für den Fenstersauger?

Ein Hersteller empfiehlt sein Konzentrat, erlaubt aber auch herkömmliche Glasreiniger mit weniger als zehn Prozent Alkohol. Schäumende Reiniger und Spiritus sind tabu, weil Schaum die Turbine blockiert. Die Stiftung Warentest hat alle Geräte mit destilliertem Wasser und einem Schuss Allzweckreiniger geprüft, das säubert gut und günstig. Wichtig ist die Dosierung: Zu viel Reiniger hinterlässt einen Schmierfilm, der wie Streifen aussieht. Spülmittel schäumt und gehört deshalb, wenn überhaupt, nur als winziger Spritzer in die Sprühflasche.

Streifen, Gummilippe wechseln, Akku lädt nicht

  • Streifen: Meist ist die Lippe abgenutzt oder verschmutzt, oder es klebt noch alter Putzmittelfilm auf dem Glas. Lippe abwischen, die Scheibe bei starker Verschmutzung zweimal reinigen und reichlich einsprühen.
  • Gummilippe wechseln: Viele Lippen sind beidseitig nutzbar, dann drehst du sie zuerst um. Wie der Tausch geht, steht in der Bedienungsanleitung. Ersatzlippen sind meist modellgebunden, prüfe vor dem Kauf, ob sie zu deinem Gerät passen.
  • Saugt nicht mehr: Sitzen Düse, Tank und Lippe richtig? Ein schief eingesetzter Tank lässt Luft ziehen.
  • Akku lädt nicht: Ein tiefentladener Akku braucht Zeit. Ein Hersteller rät, das Gerät dann etwa 48 Stunden am Originalladegerät zu lassen, bevor du von einem Defekt ausgehst. Hilft das nicht, ist ein Fall für den Kundendienst oder die Garantie.

Hat der Akku endgültig ausgedient und ist fest verbaut, gehört das ganze Gerät nicht in den Hausmüll, sondern zu den Elektrogeräten.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Fenstersauger?

Wenn du viele oder große Glasflächen hast, Fenster bis zum Boden oder eine Duschwand aus Glas, spart er Zeit und Tropfwasser. Für zwei kleine Fenster reicht ein guter Abzieher mit Tuch.

Kann man mit dem Fenstersauger auch Fliesen reinigen?

Ja, aber die Fugen unterbrechen die Abziehlippe, deshalb ist das Ergebnis auf Fliesen oft schlechter als auf Glas. Großformatige Fliesen mit schmalen Fugen gehen besser als kleine Mosaikfliesen.

Wie lange hält der Akku eines Fenstersaugers?

Hersteller geben je nach Modell etwa 20 bis 100 Minuten an. Im Test der Stiftung Warentest reichte eine Ladung für mehr als 100 und bis zu 600 Quadratmeter Glas.

Warum hinterlässt mein Fenstersauger Streifen?

Meist wegen einer abgenutzten oder verschmutzten Lippe, zu wenig Flüssigkeit beim Einsprühen, zu viel Reiniger oder Sonne, die die Lösung antrocknen lässt.

Quellen

  1. Fenstersauger im Test Stiftung Warentest, test 04/2019
  2. Fenstersauger: Viele Geräte erleichtern das Fensterputzen Stiftung Warentest, Pressemitteilung 27.03.2019
  3. Häufig gestellte Fragen: Akku-Fensterreiniger Hersteller Kärcher, Laufzeiten, Einsatzgrenzen, Reinigungsmittel, Akku
  4. Fenster putzen: Tipps für einen streifenfreien Durchblick Hersteller Kärcher, Abziehlippe und Einsatzorte
  5. Akku-Fenstersauger Hersteller Leifheit, Akkulaufzeit und Wechsellippen