Wespen töten: Mache ich mich strafbar?

Wespen töten: Mache ich mich strafbar?
Mike Wulf
März 2, 2020
Ob es Wespen auf dem Balkon sind oder ob sich ein Wespennest am eigenen Haus befindet. Wespen darf man grundsätzlich nicht töten. Wieso das so ist und ob Sie sich damit strafbar machen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Darf man Wespen töten?

Dafür gibt es eine ganz einfache Antwort, NEIN! Sie dürfen keine Wespen töten, da diese unter Naturschutz stehen. Denn Wespen tragen einen großen Teil unseres Ökosystems bei und sind quasi unverzichtbar. Deshalb dürfen Sie keine Wespen töten.

Im Bundesnaturschutzgesetz ist geregelt, dass man wildlebende Tiere nicht töten darf. Prinzipiell fallen Wespen nicht unter Tiere, dennoch sind sie als Insekt durch dieses Gesetz geschützt. In der Realität kommt es sehr selten zu einer Bußgeldstrafe für das Töten von Wespen.

Dennoch ist es aber möglich, sich dafür Strafbar zu machen. Hier gilt das Prinzip: Wenn Sie sich nicht erwischen lassen, dann kann Ihnen auch keiner etwas anhängen. Eigentlich kann man Ihnen nur eine Bußgeldstrafe anhängen, wenn Sie ein Nachbar oder Zeuge meldet und entsprechend anzeigt.

Auch wenn es sich hier um eine Grauzone handelt, empfehlen wir Ihnen keine Wespen zu töten. Sie sind wichtig für unsere Natur und sind auch für uns Menschen wichtige Lebewesen.

Sie haben genug Möglichkeiten Wespenfallen aufzustellen, um die Wespen einzufangen und später wieder freizulassen.

Bußgeld für das Wespen töten

Wenn Sie eine ganz normale Wespe töten sollten, dann wird Ihnen im Normalfall nichts passieren. Höchstens ein Bußgeld im zweistelligen Bereich und eine Verwarnung könnte auf Sie zukommen. Anders hingegen sieht es beim Beseitigen von Wespenestern aus.

In einem Wespennest befindet sich eine Vielzahl an Wespen. Außerdem werden hierfür oft giftige und für den Menschen schädliche Insektensprays benutzt. Hierfür kann dann doch eine höhere Bußgeldstrafe auf Sie zukommen.

Je nach Wespenart kann es ein Bußgeld in Höhe von 10.000 € bis 50.000 € geben. Also rufen Sie beim Beseitigen eines Wespennestes lieber einen Spezialisten, bevor Sie es selber in die Hand nehmen.

Zum einen sparen Sie sich einiges an Geld, indem Sie ein Bußgeld vermeiden. Zum anderen tun Sie sich selber einen Gefallen, denn der Fachmann kennt sich mit Wespen aus.

Zu den Spezialisten gehören oft Imker oder Schädlingsbekämpfer. Diese werden in der Regel das Wespennest entfernen und an einen anderen sicheren Ort umsiedeln.

Bußgeldkatalog 

Im Bußgeldkatalog finden Sie die Höhe der Bußgelder in den verschiedenen Bundesländer. Prinzipiell müssen Sie für das Töten von Wespen einen "vernünftigen Grund"haben. Die Frage stellt sich natürlich nun, was ist so ein "vernünftiger Grund"?

Bei Fällen von Menschen die gegen Wespen allergisch sind, ist die Gefahr natürlich entsprechend hoch. Denn ein Wespenstich bei Allergikern kann mit einem anaphylaktischen Schock enden. Ob das ein "vernünftiger Grund" ist, ist schwer zu sagen. Gehen Sie lieber nicht davon aus und halten Sie sich bei einer Wespenallergie allgemein von Wespen fern.

Ob das Beseitigen eines Wespennestes ein "vernünftiger Grund" ist, ist auch schwer zu sagen. Die Frage ist natürlich, wie Sie das Wespennest entfernen. Bekämpfen Sie das Wespennest selber mit giftigen Insektensprays, dann machen Sie sich definitiv strafbar.

Entfernen Sie das Wespennest mithilfe eines Fachmanns, dann machen Sie sich nicht strafbar.

Wespen vertreiben, ohne Bußgeld zu zahlen

Sie können natürlich die Wespen auch ohne giftigen Sprays oder gefährlichen Wespenfallen vertreiben. Zu einem können Sie herkömmliche Hausmittel gegen Wespen einsetzen, um diese wieder loszuwerden. Zum anderen können Sie sich eine Wespenfalle selber bauen, bei der Sie die Wespen zunächst einfangen und später wieder freilassen.

Es gibt genug Alternativen, um Wespen zu vertreiben, bevor man sie töten muss. Verfallen Sie aber nicht in Panik, wenn Sie ein Wespennest an Ihrem Haus oder an Ihrem Rollladenkasten entdecken.

Dies kommt hin und wieder vor und müssen Sie professionell entfernen lassen. Aber nicht von Ihnen, sondern von einem Fachmann. Klar muss man dabei auch gut in den Geldbeutel greifen, aber es lohnt sich.

Denn bevor Sie hohe Bußgelder zahlen müssen, bezahlen Sie lieber den Auftrag eines Imkers oder Schädlingsbekämpfers.

Weitere Artikel:

Quellen und weitere Links:

  • https://www.rechtsanwalt-wenck.de/wespen-toeten-bussgeldgefahr/

Bildnachweis: ©Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2021 haus100.de. Alle Rechte vorbehalten.